Iraklis Waiblingen e.V.

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Freitag, 23. Oktober 2009

Vergangenheit gegen Zukunft

Im Stadtderby erwartet Zrinski Waiblingen Iraklis

Von unserem Redaktionsmitglied Gisbert Niederführ
 

Einst spielten die Kroaten in der Landesliga, später noch eine gute Rolle in der Bezirksliga. Jetzt sind sie abgestiegen, und erneut droht eine Zittersaison. Zrinski steht auf dem Regelagtionsplatz.Marinic hatte das Team in der Winterpause übernommen. Der B-Lizenztrainer brachte die überalterte Mannschaft, in der viele auf ihre gute Technik, dafür aber weniger auf hartes Trainng bauten, zwar in Schwung, es reichte dennoch nicht zum Klassenverbleib. Obwohl er danach aufhören wollte, machte er schließlich („Ervin Bojovic zuliebe, der sich sehr engagiert“) weiter. Er hatte sogar Hoffnungen, in der Spitzengruppe zu landen. Doch die sind schnell zerstoben.„Außer in Weiler haben wir immer gut gespielt“, sagt Marinic. Aber letztlich zu wenig Punkte geholt. Marinic: „Ich kann ein gutes Training machen, aber ich kann keine 15 Jahre zurückdrehen.“ Die Kroaten lebten zu lange von ihrer spielerisch guten Substanz. Trainiert wurde wenig, die Mannschaft wurde nicht weiterentwickelt. „Die Einstellung: Es wird schon irgendwie gehen“, hat lange Zeit auch funktioniert. Aber irgendwann reicht gute Technik nicht mehr gegen wesentlich jüngere Teams. Marinic hatte gehofft, dass sich die Einstellung gebessert habe. Doch das erfüllte sich nur teilweise. „Die Trainingsbeteiligung ist gut für Zrinski, aber schlecht im Vergleich zu deutschen Mannschaften.“ Es trainieren – aus den unterschiedlichsten Gründen – zu wenige. Deshalb lässt Marinic auch gerade auf die Alten wie Vladimir Orsolic (35) oder Zoran Ilic (36) nichts kommen. „Die geben immer Vollgas.“ Zeljko Pejic (33) ist noch dabei und schießt Tor um Tor; elf von 17 insgesamt. Mit Dragan Gajic steht zwar auch ein 19-Jähriger zur Verfügung, aber auch er kann nicht regelmäßig trainieren.Marinic (35), der selbst ebenfalls noch als Spieler aktiv ist, hofft, dass sich in der Winterpause etwas tut. Mit Mario Ujevic (25) vom SC Korb stehe ein Neuzugang schon fest.Im Derby gegen Iraklis Waiblingen erhofft er sich nicht allzu viel. Die Griechen jedoch sind für ihn ein Beispiel, wie man’s richtig macht. Da könne sich in der Zukunft etwas entwickeln.Iraklis Waiblingen hatte vor kurzem noch ähnliche Probleme wie Zrinski, als die Verein noch Panellinios und Hellenen Waiblingen hießen. In der Sommerpause schlossen sie sich zu Iraklis zusammen. Was vor Jahren noch undenkbar war, werde von den Griechen in Waiblingen nun gut angenommen, sagt Pressewart Kariofillis Coucos. „Wir haben eine junge, technisch begabte Mannschaft mit viel Potenziel.“ Zuletzt habe sie beim 6:2 gegen den VfL Winterbach II „traumhaften Kombinationsfußball“ geboten. Trainer Dimi Papadopoulos hat es sehr schnell geschafft, aus zwei Kadern ein Team zu formen. Coucos: „Er macht sehr gute Arbeit.“ Auf eigenem Platz (dem VfL-Stadion) gab es bisher drei Siege und ein Unentschieden. Am Sonntag soll Sieg Nummer vier folgen.Und die Chancen, dass darauf noch viele weitere folgend – auch in den kommenden Jahren – stehen zudem wesentlich besser als beim Nachbarn Zrinski.

Freitag, 31. Juli 2009

Jetzt spielt Herkules auch Fußball

Panellinios und Hellenen Waiblingen fusionieren zu Iraklis Waiblingen

Von unserem Redaktionsmitglied Gisbert Niederführ
 

Herkules ist die deutsche Übersetzung von Iraklis. So nennt sich der neue Fußballverein in der Kreisstadt. Iraklis Waiblingen ist entstanden aus Panellinios Waiblingen und Hellenen Waiblingen. Nach langen Geburtswehen.Seit gut sechs Jahren, so Kariofillis Coucos, versuchten die Vorstände der beiden Vereine, die Klubs zusammenzubringen. Ohne Erfolg. Doch der Leidensdruck wurde immer größer. „Die letzten Jahre waren ziemlich qualvoll“, sagte der letzte Abteilungsleiter von Panellinios und erste Pressewart von Iraklis. Sahen früher zuweilen 2000 Zuschauer das Derby Hellenen gegen Panellinios, so kamen zuletzt immer weniger.Das lag sicher auch an Erfolg beziehungsweise Misserfolg der Teams. Die Hellenen pendelten zwischen Kreisliga B und A, Panellinios schaffte es zwischenzeitlich in die Bezirksliga, doch mit Disziplin und Trainingseifer war es zuletzt nicht mehr arg weit her. Trotzdem gelang noch ein guter fünfter Platz in der Kreisliga A I; allerdings auch 22 Punkte hinter der Spitze.Jetzt vereint, früher im ClinchDie Beteiligten sahen letztlich nur einen „einzigen Ausweg“ aus der Misere: die Fusion. Mittlerweile war dies möglich geworden, vor 18 Jahren wäre es undenkbar gewesen. Da gab es im Vorfeld eines Derbys in der Kreisliga B mächtig Aufregung. Panellinios warf der griechischen Gemeinde Waiblingen vor, die Hellenen zu unterstützen, Panellinios aber links liegenzulassen. Abteilungsleiter Theo Damaskinidis sagte damals: „Wir sollen vernichtet werden.“ Von der griechischen Gemeinde gab es dazu auch nur ein halbgares Dementi. Der Zwist - unter anderem auch wegen unterschiedlicher politischer Anschauungen – war zwischenzeitlich so weit gegangen, dass Panellinios 1980 aus dem Vereinsregister gelöscht wurde.Schon 1991 aber sagte Panellinios-Vorsitzender Nicolaos Dimitriadis: „Wir sind bereit, uns mit den Hellenen zu vereinigen.“Nun hat es geklappt, wobei die letzte große Hürde der Name war. Mit Iraklis, dem Namen des griechischen Sagenhelden, waren beide Seiten einverstanden. Beide Seiten, auf denen sich eine Generation durchgesetzt hat, die auf Sachlichkeit setze, so Coucos. Es sei „der einzige Ausweg“ gewesen.98 Prozent der Spieler bleibenDer tiefgreifende Schritt ist von den Mitgliedern offenbar gut angenommen worden. Coucos: „Von den Leuten wird es positiv gesehen. 98 Prozent der Spieler beider Vereine bleiben.“Team eins spielt weiter in der Kreisliga AI, Iraklis II in der Kreisliga B IV. Trainer bleibt – für beide Mannschaften – Dimitrios Papadopoulos, unterstützt von Apostolos Coutroumpas. Der neue Verein stellt außerdem eine A-Jugend und ein Seniorenteam. Spielort bleibt das VfL-Stadion.Die ersten Ziele sind bescheiden. Coucos: „Die Mannschaft soll sich in kleinen Schritten etablieren.“ Viele neue Spieler kommen nicht hinzu, zwei allerdings bringen Landesligaerfahrung mit: Bobby Sacierovic (TSV Münchingen) und Nikos Mandalas (Wolfschlugen).Und für Herkules, den übermenschlich Starken aus der griechischen Mythologie, fände sich bestimmt auch auf dem Fußballplatz eine Aufgabe.